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der (horror-)trip

ging ans meer.

angefangen hat es damit, dass unser zug um 10:30 nach viareggio gecancelt wurde...der um 11:30 auch und ratet mal...auch der um 12:30! und das alles an einem sonntag, dem einzigen freien tag in der woche der italienischen schülerschaft, folglich stand ganz lucca unter 20 am bahnsteig um für ein paar std ans meer zu fahren.von sowas lässt man sich ja nicht gleich entmutigen, wir wollten ans meer, koste es was es wolle!!!zumal das wetter ausnahmsweise mal etwas beständiger schien...wir also auf zum busbahnhof, zu fuss, ans andere ende der stadt. ein vorteil einer kleinen stadt: in 20 minuten waren wir da. leider nicht nur wir, sondern so ziemlich jeder, der vor einer halben std noch am bahnsteig stand und sich über die ferrovie italia aufgeregt hatte. die erste gute nachricht an diesem tag: ja, natürlich fährt ein bus nach viareggio! für 2,80 bist du dabei! wider erwarten existierte der bus dann sogar wirklich. dumm nur, dass nicht etwa soviele tickets wie vorhandene sitzplätze verkauft werden...nein! jeder der will kriegt eins! zwischen frauen mit weinenden kleinen kindern auf dem arm, alten schreckschrauben, die auf die verdorbene jugend ohne jegliche erziehung schimpften, einem aber ihre ellbogen in die rippen rammten dass es einen aus den schuhen hob und die letztlich lange vor einem im bus waren, fetten ammis, die den überblick total verloren hatten, trotz all ihrer reiseführer, stadtpläne und wörterbücher, die sie alle im arm mit sich herum schleppten...kurzum, es war das reinste chaos. und außerdem total für die katz, weil wir nicht mehr reingekommen sind in den bus. also, nach noch einer weiteren halben ewigkeit beine-in-den-bauch-stehens ist dann noch ein bus gekommen. eingequetscht zwischen übergewichtigen frauen, die dir ununterbrochen ihren schlechten atem ins gesicht gestöhnt und alten männern, die sich in jeder kurve noch extra an dich gepresst haben ging die fahrt also doch noch ans meer. über die kurvigsten und engsten und unübersichtlichsten strassen überhaupt. auf die uhr geschaut hab ich nicht, aber gut möglich dass es eins war als wir dann endlich total erschöpft aus dem bus gestolpert sind. der himmel war mittlerweile grau in grau und die luft so schwer vom salzigen wasser, dass man kaum atmen konnte. soviel zu dem beständigen wetter. an den strand sind wir trotzdem, ins meer auch und danach haben wir erbärmlich gefroren. ich glaube es war des erste mal in meinem leben, dass ich freiwillig volleyball gespielt habe. und ich habe andre kennen gelernt. er redet nicht besonders viel, aber meine stärke ist das ja auch nicht gerade ich weiß leider nichmal ob der auf meiner schule ist, hab ihn noch nie gesehn. irgendwann ist es dann aber echt zu kalt geworden, der bus um 6 zurück nach lucca war natürlich voll, war es anderns zu erwarten? aber was macht eine std mehr oder weniger warten an so einem tag schon aus...irgendwann kommt man dann schließlich doch da an wo man hinwill. also fast. als ich dann endlich vor dem haus in der via del borghetto 206 stand, erreichte mich eine sms. der amedeo hatte den schlüssel seines motorrads verloren, hing irgendwo am meer fest und wusste nicht wann er nach hause kommt. natürlich hatte ich keinen schlüssel dabei. ich weiss nicht wie ich es geschafft habe über diesen ewig hohen gartenzaun zu klettern, aber der tag endete jedenfalls zusammengerollt in ein sandiges, nasses handtuch im sonnenstuhl auf der terasse vor dem haus.

 

2.6.08 12:25
 


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